Immobilien binden Kapital und Nerven. Fehler sind hier selten reparabel und fast immer teuer.
Immobiliengeschäfte sind für die meisten Menschen die größte Transaktion ihres Lebens — und für Unternehmen häufig die kapitalintensivste Position der Bilanz.
Vor dem Jurastudium habe ich Betriebswirtschaft studiert und als Vertriebsdirektor in der Immobilien- und Wertpapierbranche gearbeitet. Diese Jahre prägen bis heute, wie ich Mandate in diesem Bereich führe: Die rechtliche Bewertung ist die eine Hälfte. Die andere ist die Frage, was die Entscheidung wirtschaftlich bedeutet — für Finanzierung, Steuer, Zeitplan und Verwertbarkeit.
Kaufverträge über Grundstücke bedürfen der notariellen Beurkundung. Der Notar ist dabei zur Neutralität verpflichtet — er berät beide Seiten gleichermaßen und vertritt keine.
Daraus folgt ein praktischer Punkt: Wer seine Interessen im Vertrag durchsetzen will, braucht eine eigene Prüfung — und zwar vor dem Beurkundungstermin, nicht währenddessen. Ein Entwurf, der zwei Tage vor dem Termin kommt, sollte nicht zwei Stunden vorher gelesen werden.
Entscheidend sind meist wenige Punkte: der Umfang des Gewährleistungsausschlusses, die Beschaffenheitsvereinbarungen, Regelungen zu Altlasten und Erschließung, der Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen und Lasten sowie die Absicherung der Kaufpreiszahlung.
Am Bauwerk beträgt die Gewährleistungsfrist fünf Jahre. Sie beginnt mit der Abnahme — weshalb der Abnahmetermin der wichtigste Termin des gesamten Bauvorhabens ist. Wer dort ohne Mängelvorbehalt abnimmt, verliert Rechte, die sich später nur schwer zurückholen lassen.
Beim Bauträgervertrag kommt hinzu, dass Zahlungen nach Baufortschritt in gesetzlich geregelten Raten zu leisten sind. Vorauszahlungen darüber hinaus sind regelmäßig unzulässig — und im Insolvenzfall des Bauträgers verloren. Wir prüfen Zahlungspläne, bevor gezahlt wird.
Bei streitigen Mängeln ist das selbstständige Beweisverfahren häufig der bessere erste Schritt: Der Zustand wird durch einen gerichtlich bestellten Sachverständigen gesichert, bevor nachgebessert oder verdeckt wird.
Für Vermieter wie für Mieter. Die häufigsten Streitpunkte sind Mieterhöhung, Betriebskostenabrechnung, Mängel und Minderung sowie die Beendigung des Mietverhältnisses.
Bei der Kündigung wegen Eigenbedarfs entscheidet die Begründung: Der Vermieter muss die Person und den Grund konkret benennen, und das Interesse muss ernsthaft und nachvollziehbar sein. Formfehler machen die Kündigung unwirksam — auch dann, wenn der Bedarf tatsächlich besteht.
Bei Betriebskostenabrechnungen gilt eine Abrechnungsfrist von zwölf Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums. Danach sind Nachforderungen im Grundsatz ausgeschlossen. Ein Blick auf das Datum lohnt vor dem Blick auf die Zahlen.
Im Gewerbemietrecht gilt vieles davon nicht: Der Schutz ist deutlich geringer, dafür die Vertragsfreiheit größer. Umso wichtiger ist die Gestaltung — insbesondere bei Laufzeit, Optionen, Konkurrenzschutz und Instandhaltungspflichten.
Seit der Reform des Wohnungseigentumsrechts ist die Gemeinschaft selbst Trägerin der Rechte und Pflichten; Beschlusskompetenzen und Verwalterbefugnisse haben sich verschoben. Beschlussanfechtungen unterliegen kurzen Fristen — einen Monat für die Klage, zwei für die Begründung. Wer einen Beschluss für rechtswidrig hält, hat wenig Zeit.
Grenzbebauung, Überbau, Bäume und Einfriedungen, Immissionen durch Lärm oder Geruch, Wegerechte und Grunddienstbarkeiten. Nachbarstreitigkeiten sind selten wirtschaftlich bedeutend und fast immer belastend, weil man sich weiter täglich begegnet. Wir prüfen deshalb regelmäßig zuerst, ob eine Vereinbarung erreichbar ist, bevor wir klagen.
Vergütung nach RVG aus dem Gegenstandswert oder nach Honorarvereinbarung — bei Vertragsprüfungen häufig als Pauschale, die vorher feststeht. Bei Immobilienmandaten sagen wir Ihnen früh, in welchem Verhältnis Aufwand und wirtschaftlicher Wert zueinander stehen.
Dieser Text gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Welche Regeln in Ihrer Sache gelten, hängt von Umständen ab, die sich erst im Gespräch klären lassen.